Cream Company vs. Influencerin: Das steckt hinter dem Insta-Beef

Veröffentlicht am 8. März 2020

 

Shitstorm, Beleidigungen, Hausverbot und jetzt auch noch Anzeigen bei der Polizei: Bei der Cream Company ist gestern ein Streit mit einer Influencerin eskaliert. Wir haben uns gefragt, wie es zu dem Insta-Beef kam und mit beiden Seiten gesprochen. Hier erfahrt ihr exklusiv, was dahinter steckt!

Disclaimer: Wir stehen in keinem Zusammenhang mit der Cream Company oder der Influencerin und haben selbstverständlich alle Speisen und Getränke für den Test selbst bezahlt.

Influencerin hatet Cream Company

„Sehr schlechtes Essen, unfreundliches Personal und sehr unhöflicher Chef…“ – dieses Statement über die Cream Company verbreitet eine Bonner Influencerin (rund 10.000 Follower) gestern auf Instagram. Danach postet sie einen Screenshot eines Kommentars, in dem die Waffeln als „alt und zäh“ und der Besitzer als „kan****haft“ beschrieben wird. Angeblich habe er „sogar Lügen erfunden“.

cream-company-bonn-instagram-beef

Das ist harter Tobak. Diese Vorwürfe decken sich so gar nicht mit den Erfahrungen, die verschiedene Leute aus unserem Bonnkey Team bei der Cream Company gemacht haben. Und nicht nur wir. Auch bei Google erhält die Location regelmäßig hervorragende Bewertungen, im Durchschnitt bekommt sie 4,4 von 5 Sternen.

Google Rezensionen für Cream Company Bonn

So reagiert die Cream Company

Die Cream Company verteidigt sich gestern gegen die Vorwürfe mit Postings in der eigenen Insta-Story und schildert die eigene Sicht auf die Ereignisse. Die Influencerin habe „das Servicepersonal abwertend und wie ‚DIENER'“ behandelt, außerdem habe sie Extra-Wünsche beanspruchen wollen und versucht, die Cream Company „mit ihrer Reichweite zu erpressen“.

Instagram Story von Cream Company Bonn

Was steckt nun wirklich hinter diesem heftigen Schlagabtausch? Gab es Extra-Wünsche der Influencerin? Und ist die Qualität des Essens tatsächlich „sehr schlecht“? Wir haben jetzt mit beiden Seiten gesprochen, um Licht ins Dunkle zu bringen. Bei einem Testessen habe ich mir zudem selbst ein Bild gemacht. Natürlich ohne dass jemand von der Cream Company Bescheid wusste.

Besuch bei der Cream Company

Heute Morgen um kurz nach elf habe ich einfach mal bei der Cream Company gefrühstückt. Der Laden war komplett voll, sodass ich keinen Tisch bekommen konnte. Aber mir wurde trotzdem ein Platz auf einem der Sessel angeboten.

Insgesamt hatte ich mit 3 Kellner/innen Kontakt, die alle absolut freundlich waren. Das sollte zwar selbstverständlich sein, ist aber angesichts eines komplett vollen Ladens und entsprechend hoher Arbeitsanforderung dennoch hervorzuheben.

Natürlich musste ich eine Waffel probieren (meine Wahl fiel auf weiße Schokolade und Erdbeeren als Toppings) und habe mich dazu für einen Chai Latte entschieden.

Waffeln und Chai Latte bei der Cream Company Bonn

Getränk und Essen waren innerhalb weniger Minuten da – viel schneller, als ich erwartet hätte.

Ich bin weder ein Chai-Latte- noch ein Waffel-Experte und möchte hier deshalb gar kein detailliertes Review über die Speisen geben. Aber eines steht fest: Die Waffel war noch warm, appetitlich angerichtet, fluffig und vom Geschmack her absolut überzeugend.

Der Chai Latte hat ebenfalls sehr gut geschmeckt und kam mit viel leckerem Milchschaum, wenngleich er für meinen Geschmack einen Hauch zu süß war. Das ist aber Meckern auf höchstem Niveau.

Fazit: Sowohl die Waffel als auch der Chai Latte konnten bei meinem kurzen Test vollkommen überzeugen. Auch die vorherigen Besuche in der Cream Company (bei denen wir u.a. verschiedene Hauptgerichte probiert haben) haben einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

Beim Abräumen des Tellers wurde ich übrigens vom Kellner gefragt, ob alles zu meiner Zufriedenheit war. Auch das sollte selbstverständlich sein (obwohl es das in vielen Locations nicht ist). Es zeigt, dass man hier Wert auf Höflichkeit legt und sich gut um die Gäste sorgt.

Diese Erfahrungen decken sich auch mit jenen von Anika und Fiona aus unserem Bonnkey-Team, mit denen ich über die Cream Company gesprochen habe. Wir kommen hier gerne noch öfter hin.

Weshalb der Hate?

Ok, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Aber steckt vielleicht noch etwas anderes dahinter, dass die Influencerin gestern so in Rage über den Laden war?

Klar ist: Sie war mit einer Freundin zu Besuch in dem Café und fühlte sich offensichtlich schlecht behandelt.

Im Interview sagt sie uns: „Wir haben nur gefragt, ob sie unseren Namen unter die Waffeln schreiben können. Daraufhin hat die Kellnerin gesagt, dass sie es noch nie gemacht haben und was uns einfällt, sowas zu fragen, da es bei so einem großen Laden nicht möglich ist.“ Die Kellnerin habe dann ihren Chef geholt, der mit einer „aggressiven Haltung“ auf sie zugekommen wäre. Nach weiterem hin und her habe er ihnen dann vorgeworfen, „dass [sie] lügen würden“ und später „mega laut […] ‚raus hier'“ gebrüllt. Nun versuche er, sie „wegen [ihrer] LV [Louis Vuitton] Tasche zu erniedrigen“.

Ein entsprechendes Statement hat die Influencerin, nachdem sie uns die Antwort auf unsere Anfrage gegeben hatte, dann auch in ihrer Insta-Story veröffentlicht:

Statement von Influencerin

Was geschah wirklich?

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Cream Company hört sich die Schilderung der Ereignisse allerdings ein wenig anders an.

Demnach wollten die Influencerin und ihre Freundin gerne einen Tisch für 4 Personen im Obergeschoss haben, allerdings war zu dem Zeitpunkt keiner mehr verfügbar. Deshalb wurde ihnen ein Tisch für 2 Personen angeboten. Laut der Cream Company habe die Influencerin dies bereits mit Missfallen zur Kenntnis genommen.

Ihr anschließender Sonderwunsch, ihren Namen mit einer Soße auf den Teller geschrieben zu bekommen, wurde anschließend ebenfalls abgelehnt. Die Kellnerin erklärte, dass dies bei dem aktuell sehr hohen Besuchsaufkommen leider nicht umsetzbar ist und auch generell nicht Teil des Cream Company Konzepts sei. Der Laden war zu diesem Zeitpunkt extrem gut besucht.

Damit wollte sich die Influencerin jedoch offensichtlich nicht zufrieden geben und behauptete laut Cream Company, dass ihr dieser Wunsch hier schon regelmäßig erfüllt worden sei.

Außerdem habe ihre Freundin gefragt, „ob der Laden größer als Starbucks wäre“ – denn dort würden ähnliche Wünsche ja schließlich auch erfüllt. Die Bedienung entgegnete daraufhin: „Verzeihen Sie, aber wir sind nicht Starbucks“ und holte den Geschäftsführer hinzu, um die Situation zu klären.

Dieser wurde von der Influencerin laut Cream Company zunächst mit einer Handbewegung „verscheucht“, begleitet von den Worten „wir haben schon bestellt“. Dennoch fragte er nach dem gesonderten Wunsch der beiden Gäste, um darauf eingehen zu können. Die Kellnerin und der Geschäftsführer sowie ein anderer Gast berichten übereinstimmend über ein sehr unfreundliches, überhebliches Verhalten der Influencerin.

„Beweisfoto“ für Sonderwunsch?

Die Influencerin behauptete dann weiterhin, vor einer Woche ihren Sonderwunsch erhalten zu haben und zeigte ein „Beweisfoto“ dazu. Angeblich soll darauf eine Waffel der Cream Company mit ihrem Namen zu sehen sein.

Auf unsere Nachfrage hin erklärt die Influencerin, dass sie tatsächlich ein Bild gezeigt habe. Das Bild liegt uns vor, aber es scheint nicht in der Cream Company aufgenommen worden zu sein – die Waffel ist anders angerichtet und es fehlt das typische Logo am Teller.

Auf die Nachfrage, ob die Bestellung trotzdem aufgenommen werden solle, entgegnete die Influencerin laut Cream Company „Ja ja, mach mal“.

Nachdem die beiden ihre Bestellung komplett leer gegessen hatten, beschwerte sich die Influencerin offensichtlich über die Qualität. Außerdem drohte sie wohl noch mit den Worten „Ihr werdet schon sehen!“ in Anspielung auf ihren Einfluss durch ihre Reichweite auf Instagram. Diese Aussagen bestätigt wiederum auch eine andere Person, die direkt am Tisch neben der Influencerin saß.

Nachricht an Cream Company Bonn

Zum Schluss soll die Influencerin sich laut Cream Company noch einmal mit dem Geschäftsführer unterhalten und ihm „Tipps“ gegeben haben, beispielsweise, dass er Namen auf die Waffeln schreiben solle. Außerdem habe sie gefragt, ob er überhaupt wisse, wer sie ist und sei vulgär geworden. Anschließend folgte der Rausschmiss.

Shitstorm und Beleidigungen

Nach dem Story-Post melden sich einige Fans bei der Influencerin, die ihre Meinung bestätigten und die sie allesamt in ihrer Story veröffentlicht. Darin wird der Geschäftsführer als „frech“, „aggressiv“ und „kan****haft bezeichnet“, ein Kommentar lautet gar: „Der wird bald Platte machen“. Auch die Cream Company selbst bekommt per Direktnachricht den Hate zu spüren. Die Influencerin postet einen Screenshot einer Person, die an die Cream Company schreibt: „Das ist echt das allerletzte […] Es ist traurig, wie ein Geschäft eine einzelne Person so erniedrigen kann.“

Die Influencerin räumt uns gegenüber außerdem ein, dass eine gestern verfasste Negativbewertung auf Google („Schade das es gibt keine 0 Sterne weil es ist nicht 1 Stern wert“), die unter dem Namen „Mary Jane“ erscheint, ebenfalls von ihr stammt. Dieser Name ist frei erfunden, der echte Name der Influencerin hat keine Ähnlichkeit dazu. Weshalb sie diese Bewertung nicht unter echtem Namen abgibt, bleibt unklar.

Nun bekommt die Cream Company zahlreiche positive Zuschriften auf Instagram und inzwischen hat sich sogar eine weitaus größere Influencerin gemeldet, die mit dem Angebot offensichtlich sehr zufrieden ist. Sabina Markin, der rund 125.000 Menschen auf Instagram folgen, sagt: „Ich bin echt schockiert, dass man als Person ein Lokal so richtig krass schlecht macht.“ Sie „liebt das Essen und das Personal“ und geht offensichtlich regelmäßig mit ihren Freundinnen dort hin.

Hausverbot für Influencerin

Der Geschäftsführer der Cream Company hat der Influencerin nach den Ereignissen nach eigenen Angaben Hausverbot erteilt. Sie hingegen sagt uns: „Nein, Hausverbot haben wir nicht bekommen, aber der hat uns rausgeschmissen“.

Das (vorläufige) Ende vom Lied: Die Cream Company möchte nun die Influencerin wegen Rufschädigung anzeigen. Die wiederum sagt uns, dass sie ebenfalls eine Anzeige plant, wegen vermeintlicher Lügen.

Nachrichten von Influencerin

Letztendlich scheint es so, dass sich eine Influencerin bei der Cream Company schlecht behandelt fühlte. Das Personal der Cream Company wiederum fühlte sich scheinbar von der Influencerin abwertend behandelt und wollte ihre Sonderwünsche nicht erfüllen. Bei unseren diversen Besuchen in der Vergangenheit und dem heutigen Test konnten wir nicht feststellen, dass bei der Cream Company unfreundliche Menschen arbeiten oder Gäste nicht wertgeschätzt werden – und das Essen sowie die Getränke sind mit Sicherheit alles andere als „sehr schlecht“. Im Gegenteil: Uns schmeckt es dort ziemlich gut.

Vermutlich wäre für beide Seiten ein wenig Deeskalation sinnvoll gewesen, aber dafür ist es nun wohl zu spät. Wir sind gespannt, was bei dieser Auseinandersetzung noch passiert und halten euch auf dem Laufenden! Folgt uns jetzt einfach auf Instagram: @bonnkeycom

Die Cream Company hat noch ein abschließendes Statement gepostet:

Statement von Cream Company Bonn

Übrigens: Wenn ihr euch von diesen Ereignissen erstmal erholen müsst – wir haben hier Artikel zu verschiedenen Bonner Cafés zusammengestellt, die ihr nicht verpassen solltet. Egal, ob zum Entspannen, Quatschen oder Arbeiten. Schaut direkt rein!

Ein Beitrag von Bonnkey

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