Warum wir dich vermissen werden, lieber Alle mal malen Mann

Veröffentlicht am 13. März 2018

 

Der Alle mal malen Mann ist am 9. März 2018 verstorben. Er war ein Bonner Original und allseits bekannt und beliebt. In unserem Nachruf möchten wir ihm gedenken und zeigen, welche Bereicherung er für die Stadt war. Die Bilder in diesem Artikel sind Originalbilder des Alle mal malen Manns und wurden uns mit freundlicher Genehmigung von www.alle-mal-malen.de zur Verfügung gestellt.

Es hat nicht eine Woche seit unserer Ankunft in Bonn gedauert, da kannten wir den Alle mal malen Mann. Wir waren gerade nach Bonn gezogen und mit Kommilitonen auf einer Kneipentour unterwegs. Ein älterer Herr betritt die Bar und sofort machen uns die Fachschaftler auf ihn aufmerksam: „Das ist der Alle mal malen Mann. Der ist Kult in Bonn. Ihr müsst euch unbedingt zeichnen lassen!“

Also warten wir geduldig, bis der Mann, auch bekannt als Jan Loh, an unseren Tisch kommt. „Alle mal malen hier?“ Wir rücken zusammen und machen ihm Platz an unserem Tisch. Gut zehn Minuten später zeigt er uns sein Kunstwerk: Er hat uns in der Runde im Profil gezeichnet – und alle sehen sich irgendwie ähnlich. Aber auch das ist Kult. Also bezahlen wir den Mann und die Fachschaft postet das Bild später als Erinnerung für uns alle auf ihrem Instagram Account. Er erinnert uns an unseren ersten Kneipenabend als Studenten. Jan Loh, der Alle mal malen Mann.

Alle mal malen Mann Bonn Nachruf

General Anzeiger, Express, Focus, WDR – sie alle berichteten über den Tod des Alle mal malen Mannes. Denn er war nicht irgendjemand, er war ein „Bonner Original“. Die Jodel-Gemeinde und die sozialen Netzwerk trauern ebenso. Wer war der Alle mal malen Mann, dessen Ableben eine ganze Stadt trauern lässt?

Anfang der der Dreißiger Jahre in Gladbeck geboren, zog der unter dem Namen Jan Loh bekannte Mann in den Fünfziger Jahren nach Bonn. Dem General Anzeiger erzählte er, er habe für ein Bundesministerium gearbeitet und dort Informationen über Entwicklungsländer eingeholt. Ein „Bonner Original“ wurde er durch seine abendlichen Touren durch die Bonner Kneipenlandschaft. Auch im hohen Alter noch sportlich engagiert, war er immer mit dem Fahrrad unterwegs. Unzählige Menschen wurden gemalt, jung, alt, Gruppen, Pärchen. Der Alle mal malen Mann war jedem bekannt und immer ein willkommener Gast. Dabei hatte Loh seine eigene Art zu sagen, dass im Grunde alle Menschen gleich sind: Alle Menschen wurden im Profil gezeichnet und sahen sich sehr ähnlich. Frauen unterschieden sich von Männern durch ihre langen Haare und wer eine Brille trug, hatte die größte Chance, sich in der Zeichnung wiederzufinden. Wir haben es geliebt. Im Sommer war er gerne am Alten Zoll, das James Joyce im Mauspfad war seine Stammkneipe. „Er gehört fast schon zum Inventar“, sagte ein Barkeeper dem General Anzeiger.

Alle mal malen Mann Bonn Nachruf

Und hier fiel es auch als erstes auf, als Loh vergangene Woche nicht mehr kam. Ein Facebook-Aufruf wurde gestartet, ernste Sorge war hier zu spüren. Am Montag vermeldeten die Medien die traurige Gewissheit: der Alle mal malen Mann ist im Alter von 86 Jahren verstorben.

Wir kramen dann jetzt mal unsere Bilder wieder hervor, werden den uns nachfolgenden Generationen von Erstis von dem großartigen Maler Jan Loh erzählen und die Erinnerung an dieses Bonner Original in Ehren halten – unseren allseits geliebten Alle mal malen Mann.

Wir möchten diesen Nachruf gerne mit einem Selbstportrait des Alle mal malen Manns schließen, gezeichnet am 2. August 2003:

Alle mal malen Mann Bonn Nachruf

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